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Ein Jahr im Zeichen von Stabilisierung und Neuorientierung

Bereits im Vorjahr gerieten die finanziellen Verhältnisse des Spitals Einsiedeln markant aus dem Gleichgewicht. Diese Tatsache prägte das Geschäftsjahr 2019 nachhaltig. Und so hiess der Auftrag des Stiftungsrates an die Geschäftsleitung 2019 unmissverständlich: Ergebnisverbesserung. Aus diesem Grund rief das Führungsgremium Anfang des Jahres das interne Projekt «Fokus Zukunft» ins Leben – mit dem Ziel, das finanzielle Gleichgewicht des Spitals Einsiedeln rasch und nachhaltig wiederherzustellen. Die dringend nötigen Reformen verlangten allen Mitarbeitenden phasenweise viel ab. Dennoch erfreulich: Vor allem beim Personal- und beim Sachaufwand zeigten die ergriffenen Massnahmen Wirkung. Um die Existenz als medizinischer Grundversorger und grösster Arbeitgeber der Region jedoch langfristig zu sichern, trat der Stiftungsrat zudem in Verhandlungen mit einem strategischen Partner. Mit Erfolg.

Unumgängliche Neuanschaffung

Das Spital Einsiedeln bewegt sich als regionales Kleinspital in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld. Und auch wenn das Leitungsgremium im vergangenen Jahr alles darangesetzt hatte, die schwierige finanzielle Situation für das Spital zu entspannen, so war ein Schritt dennoch unumgänglich: die Gesamterneuerung der radiologischen Infrastruktur. Denn die Technologie der in die Jahre gekommenen radiologischen Geräte war längst veraltet und für Patienten nicht mehr zumutbar. Seit vergangenem Frühling sind am Spital Einsiedeln nun ein topmoderner, hochleistungsfähiger 128-Schichten-Computertomograph (CT) sowie ein neues Zwei-Säulen-Röntgensystem im Einsatz, das konventionelle Radiographie und Fluoroskopie kombiniert. Die Vorteile der im Leasing angeschafften Geräte sind offensichtlich: Das Spital Einsiedeln kann neu eine CT-Bereitschaft rund um die Uhr anbieten und eine noch bessere Notfallversorgung gewährleisten. Zudem hat sich durch die Anschaffung das Leistungsspektrum für den Rettungsdienst vergrössert, und aufwendige und kostenintensive Verlegungen können reduziert werden.
Moderne Radiologie
CT-Bereitschaft rund um die Uhr

Einschneidende personelle Entscheidungen

Bereits im Herbst 2018 war klar, dass die finanziellen Verhältnisse des Spitals Einsiedeln aus dem Gleichgewicht geraten waren. Einschneidende Massnahmen folgten der Erkenntnis auf dem Fusse: Ende 2018 informierten der Stiftungsrat und die damalige Geschäftsleitung die Mitarbeitenden des Spitals über die Entscheidung, auf Sach-, vor allem aber auf Personalebene Sparmassnahmen zu ergreifen. Dieser Beschluss prägte das Geschäftsjahr 2019 und seinen Verlauf erheblich: Von den durchschnittlich 277 Vollzeitstellen im Jahr 2018 baute die Geschäftsleitung bis Ende 2019 insgesamt rund 30 Stellen ab. Im Zusammenhang mit der Kostensenkung musste die Direktion letzten Endes sieben Kündigungen aussprechen. Der allergrösste Teil des Stellenabbaus konnte aber über Fluktuation, Reduktion von Pensen sowie frühzeitige Pensionierungen realisiert werden. Personell einschneidend war auch der Weggang von Reto Jeger, dem langjährigen Direktor des Spitals. Reto Jeger hatte dem Spital Einsiedeln seit 2011 als Direktor vorgestanden. Er verliess die Institution per Ende April 2019.
Personelle Veränderungen
Stellenabbau als unangenehmer Sparhebel

Internes Projekt zeigt Wirkung

Seit Frühjahr 2018 arbeitete das Spital Einsiedeln zusammen mit dem Spital Lachen am Projekt «Zäme». Primäres Ziel war, die Idee eines gemeinsamen Unternehmens zu prüfen, das den Spitälern Lachen und Einsiedeln eine erfolgreiche, gemeinsame Zukunft sichern sollte. Das Projekt wurde nach achtmonatiger Prüfungsphase im März 2019 seitens des Spitals Lachen verworfen. Zu hoch schien dem Lachner Leitungsgremium das damit verbundene finanzielle Risiko. Also machte sich das Spital Einsiedeln allein auf den Weg, seine schwierige finanzielle Situation mittels Sparmassnahmen wieder ins Lot zu bringen. Wegen der angespannten Liquidität und der stetig wachsenden Verschuldung war klar, dass dringend ein Veränderungsprozess eingeleitet werden musste, um aus der Verlustzone herauszukommen. Intern wurde daher das Projekt mit dem Namen «Fokus Zukunft» ins Leben gerufen. Als Unterstützung für den bevorstehenden Prozess und somit als Unterstützung der Geschäftsleitung berief der Stiftungsrat hierfür einen externen Berater. Definiertes Hauptziel des Projekts war die rasche und nachhaltige Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts. Dies sollte durch die Optimierung interner Prozesse, Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen mittels Strukturanpassungen erreicht werden. Die dafür notwendigen Massnahmen erarbeitete die Geschäftsleitung des Spitals Einsiedeln. Sie zeitigten Erfolg: Dank des Projekts «Fokus Zukunft» konnten wir 2019 den Aufwand auf Personal- und Sachebene gegenüber dem Vorjahr massiv senken.
Internes Projekt «Fokus Zukunft»
Der Aufwand auf Personal- und Sachebene konnte gegenüber dem Vorjahr massiv gesenkt werden.

Regionales Netzwerk gestartet

Um sich einen weiteren wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen, lancierte das Spital Einsiedeln im Dezember 2019 eine Zusammenarbeit mit dem Paracelsus-Spital Richterswil. Künftig soll ein überregionales chirurgisches Versorgungsnetzwerk aufgebaut werden – koordiniert vom chirurgischen Chefarzt des Spitals Einsiedeln, Lukas Krähenbühl. Durch das Unterhalten eines chirurgischen Ärzteteams an beiden Standorten kann das Spital Einsiedeln seine Position als anerkannter Grundversorger in der Chirurgie – mit dem Schwerpunkt auf Viszeralchirurgie – stärken. Basis des chirurgischen Versorgungsnetzwerks ist die enge Einbindung von in der Region fest verankerten Chirurgen – auch von Belegärzten.
Chirurgisches Versorgungsnetzwerk
Das Spital Einsiedeln konnte seine Position als chirurgischer Grundversorger in der Region stärken.

Wirtschaftlich schwierige Zeiten

Über die vergangenen Jahre stiegen die Patientenzahlen am Spital Einsiedeln im stationären Bereich kontinuierlich an – und überschritten im Jahr 2018 die 4000er-Marke. 2019 wurden noch 3918 Patienten stationär behandelt. Somit ist die Zahl der stationären Patienten zum ersten Mal seit vielen Jahren rückläufig. Der Rückgang entspricht einer Abnahme um 183 Fälle, sprich einer Senkung um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Des Weiteren kamen in unserem Haus 138 Buben und 112 Mädchen zur Welt. Das sind 43 Kinder weniger als im Vorjahr.

Auch wenn sich das Spital Einsiedeln 2019 durch ein wirtschaftlich turbulentes Jahr kämpfen musste, was sich letztlich auch in den Zahlen widerspiegelt, so gibt es dennoch auch Erfreuliches zu berichten: Die für die Ertragsentwicklung relevante durchschnittliche Fallschwere, der sogenannte Case-Mix-Index (CMI), liegt 2019 bei 0,8. Somit konnte dieser Wert gegenüber dem Vorjahr von 0,79 um 0,8 Prozent gesteigert werden.

Wegen der Abnahme der Anzahl stationärer Patienten und des markanten Geburtenrückgangs sind die stationären Erträge im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Millionen Franken gesunken. Im ambulanten Bereich haben sich die Erträge mit 0,1 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert jedoch kaum verändert. Der Betriebsertrag 2019 des Spitals Einsiedeln liegt mit 41,5 Millionen Franken 1,4 Millionen unter dem Vorjahresniveau. Erfreulicherweise zeigten die Sparmassnahmen bei Personal- und Sachaufwand Wirkung: Der Aufwand konnte gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Millionen Franken auf 41,7 Millionen Franken gesenkt werden. Dadurch resultierte für das Spital Einsiedeln zwar ein negativer EBITDA von rund 0,1 Millionen Franken, was jedoch gegenüber dem EBITDA von 2,2 Millionen Franken im Jahre 2018 eine deutliche operative Verbesserung darstellt. Mit einem Minus von 6,7 Millionen Franken liegt das Jahresergebnis 2019 des Spitals Einsiedeln dennoch deutlich unter den Erwartungen. Grund sind höhere Abschreibungen wegen grösseren Investitionen in die IT-Infrastruktur sowie ausserordentliche Abschreibungen und höhere passive Rechnungsabgrenzungen.
Operative Verbesserung
Der EBITDA konnte gegenüber dem Vorjahr massiv verbessert werden.

Ausblick

Die neu gegründete Spital Einsiedeln AG übernimmt ab Mai 2020 die Verantwortung für den Spitalbetrieb. Damit wird das Spital Einsiedeln Teil der AMEOS Gruppe. Dadurch wird dem Spital Einsiedeln viel Wissen und Erfahrung zugutekommen. Die neue Trägerschaft ist in der Lage, unser Spital mit Innovationen im klinischen wie im Support-Bereich zu stärken. Die bisherigen Arbeits- und Ausbildungsplätze bleiben erhalten. Die Grund- und Notfallversorgung in der Region Einsiedeln sind somit gesichert.

Seit der Wintersaison, anhaltend bis ins Frühjahr, war das Spital Einsiedeln wie jedes Spital durch die Corona-Epidemie herausgefordert. Bis Ende März hatte unser Spital nur Verdachtsfälle, aber noch keine infizierten Personen zu betreuen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir genügend Kapazität, um Patienten wie üblich, aber unter Beachtung der Dringlichkeit zu behandeln. Ab April waren wir auf die prognostizierte «Welle» infrastrukturell und personell gut vorbereitet. Die Kantonsregierung hatte in ihrer Absichtserklärung vom März 2020 festgehalten, wenn nötig, die Liquidität der Spitäler zu sichern und höhere Aufwände oder Ertragsminderungen abzugelten, wobei die Situation des einzelnen Spitals individuell beurteilt werden soll.
Starker Partner
Ab dem Frühjahr 2020 über nimmt die AMEOS Gruppe die operative Führung des Spitals Einsiedeln.

Dank

Trotz turbulenten Zeiten bleibt am Spital Einsiedeln ein Wert konstant: die hohe Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten. Das zeigten auch 2019 von unabhängiger Seite durchgeführte Umfragen einmal mehr. Diese hohe medizinische und pflegerische Qualität aufrechtzuerhalten, ist nur möglich dank des enormen persönlichen Einsatzes aller unserer Mitarbeitenden, die sich täglich voll und ganz für unser Spital und unsere Patienten engagieren. Auch unseren Belegärztinnen und Belegärzten gebührt grosse Anerkennung. Wir möchten uns für das entgegengebrachte Vertrauen und die langjährige Loyalität gegenüber dem Spital Einsiedeln bei allen ganz herzlich bedanken und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Jahr 2020.
Zufriedene Patienten
Beste Umfrageergebnisse dank motivierten Mitarbeitern

Urs Birchler
Direktor

Notfallnummern

Notfall/Rettungsdienst    144
Rega 1414
Vergiftungsnotfälle 145
Feuerwehr 118
Polizei 117
Spital Einsiedeln +41 55 418 51 11
Ärztlicher Notfalldienst Region Einsiedeln 0840 41 41 41
 

Kontakt Spital Einsiedeln

Spital Einsiedeln
Spitalstrasse 28
8840 Einsiedeln
 
T +41 55 418 51 11
F +41 55 412 71 46
8inq5fox4@se9pid(tas#l-a/eiu7nsc)iez.deg#lns0.cu,hy

Anfahrt Spital Einsiedeln

Routenplaner


 
Mit dem Auto von Zürich
Autobahn Richtung Chur > AusfahrtRichterswil > Samstagern > Schindellegi > Biberbrugg > Lichtsignal Richtung Einsiedeln – Spital (rechte Spur) > im Dorf: erster Kreisel – rechts Richtung Spital
 
Mit dem Auto von Chur
Autobahn Richtung Zürich > Ausfahrt Schindellegi > Biberbrugg > Lichtsignal Richtung Einsiedeln – Spital (rechte Spur) > im Dorf: erster Kreisel – rechts Richtung Spital
 
Mit dem Zug
Fahrplan
Bis Einsiedeln > ab Bahnhof über die Brücke der Alp (rechts) und Richtung Spitalstrasse (siehe Wegweiser Spital)
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