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Ein turbulentes und emotionales Jahr in der Retrospektive

2018 war für das Spital Einsiedeln ein bewegtes Jahr. Voller Höhen und Tiefen. Voller Zuversicht und Zweifel. Als Höhepunkt fungierte klar der Abschluss der siebenjährigen intensiven Bauphase – mit der Bevölkerung gefeiert während der Tage der offenen Tür Ende September. Ebenso erfreulich: Die Inbetriebnahme der komplett neu gebauten Intermediate Care Unit (IMCU) mit sechs Betten im vergangenen Herbst. Die Erkenntnis wiederum, dass die finanziellen Verhältnisse unseres Spitals aus dem Gleichgewicht geraten sind, war schmerzhaft – für die Geschäftsleitung, die Mitarbeitenden, die Bevölkerung. Mit dem Ergreifen von Sparmassnahmen setzt das Leitungsgremium jedoch alles daran, unser Spital aus eigener Kraft wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen.

Neukonzeption der IMCU

Das Spital Einsiedeln hat sich als modernes Qualitätsspital längst etabliert. Hier bekommen die Patienten die gesamte medizinische Versorgung aus einer Hand. Mit dem Abschluss der Gesamterneuerung konnte das Spital Einsiedeln jüngst sein medizinisches Angebot noch weiter ausbauen – und somit sein Spektrum noch einmal erweitern. Seit vergangenem Herbst ist am Spital Einsiedeln die neue Intermediate Care Unit (IMCU) mit sechs Betten in Betrieb. Sie wurde komplett nach den Richtlinien der Gesellschaft für Intensivmedizin erstellt. Das Spital Einsiedeln ist als Grundversorger verpflichtet, eine solche Abteilung zu betreiben. Dank der Neukonzeption der IMCU können am Spital Einsiedeln nun auch Patienten mit komplexen Erkrankungen behandelt werden. Als Leiter der neuen Abteilung hat das Spital den Intensivmediziner Paul Müller verpflichten können. Mit seiner Erfahrung ist er bestens qualifiziert, die IMCU am Spital Einsiedeln erfolgreich weiterzuentwickeln.
6 IMCU-Betten
Gerüstet für die Behandlung von Patienten mit komplexen Erkrankungen

Umbau offiziell abgeschlossen

Die Umsetzung der Komplettsanierung sowie der Erweiterungsbauten am Spital Einsiedeln verlangte allen Beteiligten in den vergangenen sieben Jahren phasenweise viel ab. Bei vollem Umbaubetrieb den laufenden Spitalbetrieb aufrechtzuerhalten, brachte die Mitarbeitenden oft an ihre Belastungsgrenze. Umso erfreulicher war es, dass wir im Frühherbst des letzten Jahres die umfassenden Sanierungsarbeiten offiziell abschliessen konnten. An den Tagen der offenen Tür Ende September präsentierte sich das Spital Einsiedeln mit seinen baulichen und strukturellen Neuerungen und einem neuen Erscheinungsbild der Bevölkerung. Das Fest war ein voller Erfolg: Rund 5000 Besucherinnen und Besucher feierten zusammen mit den Mitarbeitenden das neue und leistungsfähige Spital. Die Resonanz aus der Bevölkerung war ausschliesslich positiv.
5000 Besucher
Die Tage der offenen Tür im September 2018 waren ein voller Erfolg.

Zwei neue Systeme fordern Mitarbeitende

Oft harzig gestaltete sich der Spitalalltag im vergangenen Jahr vor allem für diejenigen Mitarbeitenden, die sich in die beiden neuen EDV-Systeme einarbeiten mussten. Denn per 1. Januar 2018 führten wir am Spital Einsiedeln gleichzeitig ein neues Klinikinformationssystem (KIS) und ein neues Enterprise-Resource-Planning(ERP)-System ein. Letzteres wird für die generelle Spitaladministration eingesetzt. Das KIS wiederum dient der Steuerung und Dokumentation der medizinischen und pflegerischen Prozesse. Die Anforderungen an Hard- und Software im Gesundheitsbereich sind ausgesprochen hoch und teilweise höchst spezifisch. Die beiden neuen EDV-Systeme aufeinander abzustimmen, entpuppte sich als grosse Herausforderung. Diese Tatsache verhinderte zeitweise eine reibungsfreie Einführung und Funktionalität der beiden Systeme. Die Anwender waren dadurch in ihrem Arbeitsalltag stark gefordert. Die neuen Systeme bringen letzten Endes unter anderem eine voll digitalisierte Patientendokumentation mit sich. Zu umgehen war die Einführung der Systeme nicht. Denn ab dem 15. April 2020 sind schweizweit alle Spitäler per Gesetz dazu verpflichtet, das sogenannte elektronische Patientendossier (EPD) anzubieten. Mit den beiden neuen Systemen ist das Spital Einsiedeln für diese Anbindung bereit. Spitäler, die diese Frist nicht einhalten, dürfen nicht mehr auf der Spitalliste geführt werden.
Neue EDV-Systeme
Die neuen EDV-Systeme bringen unter anderem eine voll digitalisierte Patientendokumentation mit sich.

Wirtschaftlich schwierige Zeiten

Im vergangenen Jahr kam es für die Mitarbeitenden – aber auch für die Geschäftsleitung – zu emotional schwierigen Momenten der Verunsicherung. Denn die Leitungsorgane der Spitäler Einsiedeln und Lachen verkündeten im Mai des letzten Jahres, die Möglichkeit einer gemeinsamen Unternehmung – unter Beibehaltung beider Standorte – zu prüfen. Als Gründe für gemeinsame Entwicklungsschritte nannten die beiden Führungsgremien in erster Linie den anhaltenden Kostendruck und die zunehmende Regulierung im Gesundheitswesen. Primäres Ziel war es, die Idee einer gemeinsamen Unternehmung zu prüfen und den Spitälern Lachen und Einsiedeln dadurch eine erfolgreiche Zukunft zu sichern – dies zum Nutzen der Bevölkerung der gesamten Region. Das Projekt wurde nach achtmonatiger eingehender Prüfung seitens des Spitals Lachen verworfen. Zu hoch schien dem Leitungsgremium das damit verbundene finanzielle Risiko. Das Projekt sorgte im Vorfeld bei einer Mehrheit der Mitarbeitenden unseres Spitals für grosse Verunsicherung.

Noch emotionaler wurde es für die Mitarbeitenden, als die Geschäftsleitung im vergangenen November bekannt geben musste, dass sich die finanzielle Lage des Spitals Einsiedeln im laufenden Jahr 2018 noch weiter angespannt hat. Nach einem soliden Start im ersten Quartal lagen die Fallzahlen im Sommerhalbjahr deutlich unter den Erwartungen und damit die Erträge klar unter den Budgetzielen. Zwar verzeichnete unser Spital noch immer ein Wachstum. Dieses verlangsamte sich jedoch deutlich. Aus diesem Grund musste und muss auch in Zukunft der Aufwand dem geringeren Ertrag angepasst werden. Ende November informierten der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung die Mitarbeitenden des Spitals Einsiedeln über den Beschluss, Sparmassnahmen auf Sach- und vor allem auch auf Personalebene zu ergreifen. Die Betroffenheit des Personals über den geplanten Abbau von 22 der insgesamt 277 Vollzeitstellen war entsprechend gross.
Spitalzusammenarbeit
Um dem anhaltenden Kostendruck und der zunehmenden Regulierung im Gesundheitswesen zu begegnen, prüften die Spitäler Einsiedeln und Lachen die Möglichkeit einer gemeinsamen Unternehmung.

Patientenzahlen und Finanzen

Auch wenn die finanziellen Verhältnisse des Spitals Einsiedeln aus dem Gleichgewicht geraten sind, gibt es auch Erfreuliches zu berichten: Die Patientenzahlen im stationären Bereich steigen seit Jahren kontinuierlich an. 2018 konnten am Spital Einsiedeln 4113 Patienten stationär behandelt werden. Das entspricht einer Zunahme um 140 Fälle, sprich als relativer Wert einer Steigerung um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Des Weiteren kamen in unserem Haus im vergangenen Jahr 141 Mädchen und 154 Jungen zur Welt. Das sind 20 Kinder mehr als im Vorjahr.

Trotz erfreulicher Patientenzahlen hinterlassen der zunehmende Kostendruck und die regulatorischen Vorgaben auf Kantons- und Bundesebene ihre Spuren. So sind die Erträge im stationären Bereich dank des Fallwachstums im Berichtsjahr um rund 0.9 Million Franken gestiegen. Dagegen hielt der Trend zum Rückgang im ambulanten Bereich an, und die Erträge sanken gegenüber dem Vorjahr um 0.9 Million Franken. Die übrigen Erträge liegen im Bereich des Vorjahres. Diese Tatsache sorgte im Spital Einsiedeln letzten Endes für einen Betriebsertrag auf Vorjahresniveau von rund 42.5 Millionen Franken. Die für die Ertragsentwicklung relevante durchschnittliche Fallschwere, der sogenannte Case-Mix-Index (CMI), reduzierte sich im Jahr 2018 ebenfalls. Und zwar um 2,6 Prozent auf einen Wert von 0,79. Merklich gestiegen sind die Ausgaben beim Personal – und zwar um 9.5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der zwingende Ausbau des Behandlungsspektrums, wie beispielsweise die neue Intermediate Care Unit (IMCU) oder der OP-Betrieb mit mehreren Linien und somit mit zusätzlichen Ärzten, führte unweigerlich zu einer Erhöhung der Anzahl Stellen und folglich zu höheren Ausgaben im Personalbereich.

Aufgrund der Investitionstätigkeit und des besagten Leistungsausbaus kalkulierte die Budget- und langfristige Finanzplanung für 2018 zwar mit einem negativen Ergebnis. Der Betriebsverlust von 7,2 Millionen Franken ist jedoch deutlich grösser als erwartet. Um diese bedrohliche Situation zu verbessern, wird das Leitungsorgan zusammen mit den Mitarbeitenden des Spitals Einsiedeln alles daransetzen, die Existenz unseres Spitals durch das Ergreifen der notwendigen Massnahmen zu sichern. Denn die Herausforderungen bleiben unverändert gross. Dem stetig wachsenden Wettbewerbs- und Kostendruck standzuhalten, wird anspruchsvoll. Künftig müssen daher Kooperationen für ein Spital in unserer Grösse wieder zum Thema werden.
+3,5 %
Die Patientenzahlen im stationären Bereich steigen seit Jahren kontinuierlich.

Dank

Trotz stürmischer Zeiten blieb etwas am Spital Einsiedeln auch 2018 konstant: Die hohe Zufriedenheit unserer Patientinnen und Patienten. Dies zeigten einmal mehr von unabhängiger Seite durchgeführte Umfragen. Die hohe pflegerische und medizinische Qualität unter ökonomisch anspruchsvollen und politisch schwierigen Bedingungen sowie stetig zunehmender Arbeitsbelastung aufrechtzuerhalten, ist nur möglich dank der hohen Motivation und Leistungsbereitschaft all jener, die sich täglich voll und ganz für unser Spital und unsere Patienten engagieren. Dafür gebührt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie auch den Belegärztinnen und Belegärzten des Spitals Einsiedeln grosse Anerkennung und ein herzliches Dankeschön. Der diesjährige Geschäftsbericht liefert daher nicht nur eine Übersicht über das breite medizinische Leistungsspektrum des Spitals Einsiedeln. Nein. Er rückt diejenigen Menschen ins Zentrum, die sich Tag für Tag für das Spital Einsiedeln und seine Patienten einsetzen.
Zufriedene Patientinnen und Patienten
Das Spital Einsiedeln erreicht bei der Patientenzufriedenheit einen Wert, der deutlich über dem Mittelwert aller verglichenen Spitäler liegt.

Reto Jeger
Direktor

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Rega 1414
Vergiftungsnotfälle 145
Feuerwehr 118
Polizei 117
Spital Einsiedeln +41 55 418 51 11
Ärztlicher Notfalldienst Region Einsiedeln 0840 41 41 41
 

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.inm1foh3@sk(pit0tap,l-u,eiy&nsb.ier)dew3lnp3.cv+hi

Anfahrt Spital Einsiedeln

Routenplaner


 
Mit dem Auto von Zürich
Autobahn Richtung Chur > AusfahrtRichterswil > Samstagern > Schindellegi > Biberbrugg > Lichtsignal Richtung Einsiedeln – Spital (rechte Spur) > im Dorf: erster Kreisel – rechts Richtung Spital
 
Mit dem Auto von Chur
Autobahn Richtung Zürich > Ausfahrt Schindellegi > Biberbrugg > Lichtsignal Richtung Einsiedeln – Spital (rechte Spur) > im Dorf: erster Kreisel – rechts Richtung Spital
 
Mit dem Zug
Fahrplan
Bis Einsiedeln > ab Bahnhof über die Brücke der Alp (rechts) und Richtung Spitalstrasse (siehe Wegweiser Spital)